Architektur 2026: Vom Neubau-Rausch zur Ressourcen-Kuration
- 18. Feb.
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 19. Feb.
Das Jahr 2026 bringt den Systemwechsel: Mit Grenzwerten für graue Energie und dem SIA-Klimapfad wird zirkuläres Bauen in der Schweiz zur Pflicht. Warum wir unser Handwerk jetzt radikal neu denken müssen und wie C33 Sie dabei unterstützt, lesen Sie hier.

Das Jahr 2026 markiert eine Zäsur. Während wir früher darüber debattierten, wie wir bauen, lautet die radikale Frage heute: Warum bauen wir überhaupt noch? Ein aktueller Beitrag auf Dezeen bringt es auf den Punkt: Architekten müssen das „Wie“ und „Warum“ ihres Schaffens grundlegend neu denken. Wir sind nicht mehr nur Formgeber; wir sind Kuratoren von Ressourcen in einer Welt, die sich keinen Abfall mehr leisten kann.
Die Schweiz am Wendepunkt
Was international als Trend beginnt, ist in der Schweiz längst in der Gesetzgebung angekommen. Mit der MuKEn 2025 und dem revidierten Umweltschutzgesetz (Art. 35j) rücken Grenzwerte für graue Energie in den Fokus der Baubewilligung. Wer heute noch auf die „Tabula Rasa“-Methode – Abriss und Neubau – setzt, handelt nicht nur ökologisch unverantwortlich, sondern riskiert die ökonomische Entwertung seiner Projekte (Stranded Assets).
Der neue SIA 390/1 Klimapfad gibt die Richtung vor: Netto-Null ist kein Fernziel mehr, sondern die Bedingung für zeitgemässe Architektur.
Mehrwert von Zirkularität im Bau für Gemeinden
Für Gemeinden ist Zirkularität längst ein handfester Hebel: längere Nutzungsdauern, tiefere Lebenszykluskosten, gesicherter Zugang zu knappen Materialien und messbare Klimawirkung. Das revidierte öffentliche Beschaffungsrecht (BöB) macht es seit 2025 möglich, diese Prinzipien rechtssicher bereits in den technischen Spezifikationen von Ausschreibungen zu verankern – nicht als ‘nice-to-have’, sondern als strategische Vorgabe. Entscheidend ist der Perspektivenwechsel: Weg von einzelnen Bauprojekten, hin zu einer abgestimmten kommunalen Beschaffungsstrategie.
Und wie navigieren wir durch diesen Dschungel aus CO2-Bilanzen, Re-Use-Haftung und Digitalen Produktpässen?
Was C33 beitragen kann
Niemand kann den Systemwechsel alleine vollziehen. Zirkuläres Bauen ist ein Mannschaftssport. Genau hier setzt C33, die Schweizer Koordinationsstelle für zirkuläres Bauen, an.
C33 ist mehr als ein Netzwerk – es ist die operative Schnittstelle für alle, die den Wandel aktiv mitgestalten wollen:
Wissensvorsprung: Erhalten Sie direkten Zugriff auf Best Practices im Umgang mit Sekundärbaustoffen und zirkulären Werkverträgen.
Einflussnahme: Gestalten Sie die Standards von morgen mit, bevor diese zur unüberwindbaren Hürde werden.
Sichtbarkeit: Positionieren Sie Ihr Unternehmen als Vorreiter:in in einem Markt, der händeringend nach Experten für Ressourcen-Kuration sucht.
Vom Widerstand zur Gestaltung
Der „Backlash“ gegen reine Glaspaläste und Ressourcenverschwendung ist real. Statt in der Defensive zu verharren, bietet uns die Zirkularität die Chance auf eine neue architektonische Qualität: Eine Ästhetik des Vorhandenen, die durch Langlebigkeit und Rückbaubarkeit besticht.
Werden Sie Teil dieser Bewegung. Werden Sie Mitglied bei C33. Lassen Sie uns gemeinsam beweisen, dass Schweizer Architektur im Jahr 2026 nicht nur schöner, sondern klüger gebaut wird.

«Weltweit wird ein Umdenken gefordert, in der Schweiz wird es regulatorisch verankert. Wir haben hier mit den regulatorischen Anpassungen in der Schweiz jetzt die Möglichkeit, den Systemwechsel hin zum zirkulären Bauen zu realisieren».
Marloes Fischer, Gründerin Circular Hub, Vorstandsmitglied C33.



