Von der Politik ins Bauprojekt: Nachhaltiges Bauen praktisch umsetzen
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Aktualisiert: vor 5 Tagen
Am 11. Mai 2025 haben wir in Kooperation mit unserem Mitglied vnbb Verein nachhaltiges und baubiologisches Bauen den Workshop «Von der Politik ins Bauprojekt: Nachhaltiges Bauen praktisch umsetzen – Tipps für morgen» durchgeführt. Rund ein Dutzend Teilnehmende aus Produktion, Bauherrschaften, Planung und öffentlicher Hand haben den halben Workshop-Tag gemeinsam gestaltet. Fokus war das Thema Beschaffung als Hebel zur Schaffung von Nachfrage nach Nachhaltigkeit in Bauprojekten.
Eine zentrale Erkenntnis zog sich wie ein roter Faden durch den ganzen Tag: Nachhaltigkeit scheitert nicht nur am Wissen, sondern vor allem auch am Prozess. Das zeigte Olga Moatsou-Ess von EBP Schweiz eindrücklich anhand eines Bauprojekts an der Zürcher Bahnhofstrasse. In die Nachhaltigkeitsberatung war erst in Phase 5 eingestiegen worden – mit der Folge von rund 2000 Materialprüfungen unter Zeitdruck und erheblichen Mehrkosten. Die Lehre daraus: Während eine ordentlich früh verankerte Zertifizierung etwa 1–3% der Gesamtbaukosten kostet, wird sie zu spät integriert bis zu viermal teurer.
Kilian Baeriswyl vom Bundesamt für Umwelt gab den Teilnehmenden einen tiefen Einblick in Beschaffungskriterien und -prozesse seitens der öffentlichen Hand. Er zeigte klar, dass nachhaltige Beschaffung mit klaren Kriterien beginnt: Wer Nachhaltigkeitsziele erst nach der Ausschreibung definiert, hat den entscheidenden Hebel bereits verpasst – Transparenz, Messbarkeit und Erfahrungsaustausch zwischen den Akteuren sind der Schlüssel zu einer wirksamen öffentlichen Beschaffung
In den Breakout-Sessions erarbeiteten die Teilnehmenden sechs Hebel, die den Unterschied machen:
· Besteller-Kompetenz & Bewusstsein – Bauherrschaft von Beginn an sensibilisieren und befähigen.
· Klare Zieldefinition & Messbarkeit – Nachhaltigkeitsziele mit konkreten Kennwerten verankern.
· Expertise frühzeitig einbinden – Nachhaltigkeitsberatung phasengerecht in die Planung integrieren.
· Materialkonzept & Zirkularität – Anforderungen für Lebenszyklus, Demontierbarkeit und Wiederverwendung früh definieren.
· Durchgehende Kommunikation – Ständiger, iterativer Dialog aller Beteiligten über die gesamte Projektdauer.
· Monitoring am Bauwerk – Umsetzung aktiv prüfen, nicht nur dokumentieren.
Treffend brachte es ein Teilnehmer auf den Punkt: Klare Ziele setzen, gemeinsam dranbleiben und den Prozess konsequent begleiten – von Phase 0 bis zur Schlüsselübergabe. Denn Nachhaltigkeit ist kein Endpunkt, sondern ein gemeinsamer Prozess.
Weitere Workshops sind für 2027 in der Planung.



