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C33 Gipfeli #2: Projekterfahrungen aus dem zirkulären Innenausbau

  • vor 5 Tagen
  • 2 Min. Lesezeit

Zirkuläres Bauen entfaltet dann seine grösste Wirkung, wenn Erfahrungen aus realen Projekten geteilt, Perspektiven offen ausgetauscht und erfolgreiche Ansätze gemeinsam weitergedacht werden. Genau dafür schafft das C33 Gipfeli den passenden Rahmen.


Zum zweiten C33 Gipfeli öffnete Drees & Sommer Schweiz in Zürich seine Türen für einen Vormittag, der weit über klassischen Wissensaustausch hinausging. Rund 20 Vertreter:innen aus der gesamten Wertschöpfungskette kamen zusammen – von öffentlichen Bauherrschaften über Planer:innen, Innenarchitekt:innen und Architekt:innen bis hin zu Herstellern, Händlern und Wissenschaft. Im Fokus stand ein Bereich, der enormes Potenzial für zirkuläre Lösungen birgt: der Innenausbau.


Denn hier werden Trennwände, Bodenbeläge, Decken, Möbel und technische Ausstattung in kurzen Zyklen erneuert – oft bereits nach wenigen Jahren. Damit wird der Innenausbau zu einem der schnellsten und wirksamsten Hebel, um Kreislaufwirtschaft im Bauwesen konkret sichtbar, wirtschaftlich attraktiv und breit skalierbar zu machen. Vor diesem Hintergrund prägte eine zentrale Frage den Austausch: Wie gelingt es, zirkulären Innenausbau aus erfolgreichen Pilotprojekten in die breite Marktanwendung zu überführen?

 

Zwei Projekte, viele Perspektiven

Vera Künzli von Drees & Sommer stellte den Globetrotter Re:Think Store in Bonn vor. Das Inventar des Vormieters Conrad Electronic wurde dort kreativ weiterverwendet. 94 Prozent Re-Use-Quote, 97 Prozent weniger CO₂-Emissionen als bei einem konventionellen Ladenbau – statt 105 Tonnen nur 3,1 Tonnen CO₂-Äquivalente. Zahlen, die Eindruck machten und Ergebnis einer klaren Ambition des Bauherrn sind.


Stephan Kessler vom Bundesamt für Bauten und Logistik (BBL) berichtete anschliessend von der Sanierung der Effingerstrasse 27 in Bern, einem Bürogebäude des Bundes aus den 1940er-Jahren mit denkmalgeschützter Fassade. 80 Prozent der Möblierung für die 250 Arbeitsplätze des EDA stammen aus dem Bestand. In Zusammenarbeit mit Girsberger Bützberg entstanden aus alten Rollladenschränken Sitzbänke, Teeküchen und Meetingboxen.


Besonders wertvoll war Kesslers Offenheit auch bezüglich der Hürden: Eine Wand aus wiederverwendeten Dachziegeln erwies sich rückblickend als zu aufwendig. Ein in der Ausschreibung ausgelobter Innovations-Bonus von bis zu 5.000 CHF für Re-Use-Lösungen brachte keine einzige Rückmeldung aus der Unternehmerschaft. Diese Ehrlichkeit löste zahlreiche Nachfragen aus – zu Beschaffung, internen Prozessen, dem Umgang mit anfänglicher Skepsis bei Nutzer:innen und wie diese Erfahrungen weitergetragen werden können.


Drei Erkenntnisse aus dem Austausch

Erstens: Zirkulärer Innenausbau gelingt dort, wo Bauherrschaften ambitioniert fordern und in der Umsetzung beharrlich, aber auch flexibel bleiben. Zweitens: Die enge Kooperation zwischen Bauherrschaft, Planung und ausgewählten Herstellern ist der eigentliche Innovationstreiber für Umsetzungslösungen, nicht das Material selbst. Drittens: Die frühe Einbindung der späteren Nutzer:innen zahlt sich aus. Anfängliche Skepsis weicht erfahrungsgemäss positiver Resonanz, sobald die Geschichten hinter den wiederverwendeten Bauteilen sichtbar werden.


Wie es weitergeht

Das C33 Gipfeli lebt vom direkten Austausch in einer vertrauensvollen Runde. Wenn relevantes Wissen, praktische Erfahrungen und strategische Diskussionen zusammenkommen, entstehen Gespräche, die den Wandel zu mehr Zirkularität konkret voranbringen.


Die nächsten C33 -Austauschformate finden Sie hier.

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