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Closing the Loop: Wie wird die Kompaktfassade kreislauffähig?

vor 12 Minuten
2 Min. Lesezeit

Eine Fassade, die nach Jahrzehnten nicht zum Abfall wird, sondern zurückgebaut, getrennt und wieder in den Kreislauf gebracht werden kann – wie funktioniert das in der Praxis?

 

Genau darum ging es in unserem C33-Webinar mit Saint-Gobain. Anhand des europäischen Forschungsprojekts DRASTIC zeigten Yannick-Tjard Schuetz, Guillaume Leydier und Stefan Krause, welche technischen Lösungen bereits bestehen – und warum Technik allein noch keinen funktionierenden Kreislauf schafft.

 

Vom Verbund zur Rückbaubarkeit

Bei konventionellen Wärmedämmverbundsystemen werden Dämmplatten häufig mit dem Untergrund verklebt. Das erschwert einen sortenreinen Rückbau erheblich.

 

Der im Webinar vorgestellte Ansatz setzt deshalb auf eine mechanische Befestigung. Putz, Dübel und Dämmplatten können beim Rückbau voneinander getrennt werden. Dämmplatten lassen sich dadurch recyceln oder – abhängig vom Material und Zustand – sogar erneut verwenden.

 

Ein erstes Referenzobjekt in der Schweiz wurde bereits in Dornach im Baselbiet umgesetzt.

 

Kreislauffähigkeit braucht mehr als ein Produkt

 Die Diskussion machte deutlich: Eine rückbaubare Fassade allein reicht nicht.

 Damit Materialien nach 30 oder mehr Jahren tatsächlich wieder in den Kreislauf gelangen, muss bekannt sein, was wo verbaut wurde, wie es zurückgebaut werden kann und wohin die Materialien anschliessend gelangen.

 

Im DRASTIC-Projekt spielen deshalb digitale Produktpässe und die Dokumentation von Materialien eine zentrale Rolle. Gleichzeitig braucht es Rücknahme- und Aufbereitungsstrukturen sowie neue Geschäftsmodelle.

 

Auch die Wirtschaftlichkeit war Teil der Diskussion. Das vorgestellte System verursacht zunächst höhere Materialkosten. Werden jedoch Rückbau und eine weitere Nutzung der Materialien mitgedacht, verändert sich die Betrachtung über den gesamten Lebenszyklus.

 

Die entscheidende Frage: Wie entsteht ein zirkuläres Ökosystem?

 Bauherrschaften, Investor, Planende, Architekt, Hersteller, Handel, Rückbau- und Recyclingunternehmen müssen zusammenspielen. Denn Entscheidungen für spätere Wiederverwendung und Rückbaubarkeit werden bereits heute in frühen Planungsphasen getroffen.

 

Im Webinar wurde deshalb auch diskutiert, wie entsprechende Anforderungen stärker in Planung und Ausschreibungen einfliessen können und welche Rolle neue Modelle wie Take-back-Systeme oder Product-as-a-Service künftig spielen könnten.

 

Die vollständige Diskussion und alle Einblicke von Saint-Gobain kann  in der Webinar-Aufzeichnung angesehen werden.



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